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Über Karama:

Die palästinensische Wirtschaft steht vor dem Zusammenbruch. Seit Ausbruch der zweiten Intifada im September 2000 wurde die Situation infolge der israelischen Politik immer weiter verschärft. Die Politik der Tötung von Zivilisten, Zerstörung von Wohnhäusern und die Belagerung ganzer Städte und Regionen ist zum palästinensischen Alltag geworden.

Tausende von Menschen sind getötet oder verletzt worden, so dass sie ihre Familien nicht mehr versorgen können. Wegen der israelischen Abriegelungs- und Belagerungspolitik ist die Mehrheit der Palästinenser arbeitslos geworden. Damit nicht genug, müssen wir auch noch Formen kollektiver Bestrafung erdulden, wie die Invasion ganzer Ortschaften, Ausgangssperren und Checkpoints. Leben und Arbeit werden dadurch schwierig und auch gefährlich. Viele normale Familien haben Kinder und ihr Zuhause verloren. Sie haben keine Lebensfreude mehr. Die Besatzung hat das Leben aller verändert, auch das der Kinder, und zwingt sie, die Hoffnung aufzugeben, ihre Freude zu verlieren, ihre Zukunftspläne zu begraben und ihre Träume einzustellen. Diese Kinder wachsen in einer Umgebung ohne Gärten, Spielplätze, Bücherein und Jugendzentren auf.
Aus dem Wunsch, diesen unseren Kindern zu helfen, haben wir innerhalb der lokalen Gemeinschaft die Organisation Karama aufgebaut, die Kinder, Jugendliche und auch Frauen auf verschiedenen Gebieten fördert und betreut. Karama (arabisch für Würde) arbeitet unabhängig und gehört keiner politischen Partei oder Bewegung an.

 
ZAHLEN & FACTEN (Quelle: UNICEF)

ARMUT

  • Im Juni 2002 lebten zwei Drittel aller palästinensischen Haushalte unter der Armutsgrenze (weniger als 2 US$ pro Tag). Vor Ausbruch der Intifada im September 2000 waren es 21 Prozent.

  • Die Arbeitslosigkeit ist seit September 2000 von 10 auf 50 Prozent gestiegen.

  • 35 Prozent aller Haushalte verringern die Nahrungsmenge, die sie zu sich nehmen; 65 Prozent beschränken den Verzehr von Fleisch und Obst.

  • 63,8 Prozent aller Haushalte haben Schwierigkeiten bei der Lebensmittelversorgung.

  • Im Zeitraum März bis Juni 2002 litten 22 Prozent der Dörfer in der West Bank unter Nahrungsknappheit, 33 Prozent hatten keine Wasserversorgung und 4 Prozent keine Stromversorgung.

BILDUNG

  • Allein im ersten Monat des Schuljahres 2002/2003 wurden 220.000 palästinensische Kinder daran gehindert, zur Schule zu gehen.
  • 197 palästinensische Schulen wurden mit Granaten beschossen.
  • In 25 Schulen wurde eingebrochen.

  • 7 Schulen wurden gemäß israelischen Militärverordnungen geschlossen.

  • 15 Schulen wurden in israelische Militärstützpunkte umfunktioniert; drei davon werden bis heute zu diesem Zweck missbraucht.

  • 275 Schulen liegen in der Nähe von Brennpunkten des Konfliktes.

  • 69 Prozent aller palästinensischer Schulen in West-Bank-Dörfern wurden in der Zeit von März bis Juni 2002 mindestens einmal geschlossen ¯ wegen der andauernden Gewalt und Restriktionen durch das israelische Militär.

GESUNDHEIT

  • 36,4 Prozent aller palästinensischen Haushalte haben keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung. 59 Prozent haben Schwierigkeiten, die Versorgungn zu bezahlen.
  • 50 Prozent des Gesundheitspersonals brauchen wegen Checkpoints und Straßensperren täglich durchschnittlich 2 bis 4 Stunden länger als üblich um zur Arbeit zu kommen.
  • Zwischen März und Juni 2002 starben in der West Bank mindestens zehn Neugeborene, weil sie aufgrund israelischer Militärrestriktionen keine medizinische Versorgung erhalten konnten.
  • Zwischen März und Juni 2002 konnten mindestens 12.190 palästinensische Kinder unter 5 Jahren in der West Bank wegen der Gewalt und israelischen Militärrestriktionen nicht routinemäßig geimpft werden.
  • 80 Prozent aller Eltern haben Veränderungen im Verhalten ihrer Kinder festgestellt, darunter Schlafstörungen, Angstzustände und Konzentrationsstörungen.
  • Die Hauptursache für psychische Probleme ist bei 73 Prozent der betroffenen Kinder der Umstand, dass sie in ihrer Umgebung wiederholt dem Lärm von Schusswaffen und Granaten ausgesetzt sind.
  • Am anfälligsten für psychische und emotionale Probleme sind Mädchen über 5 Jahre, die in Flüchtlingslagern leben und deren Familien arm sind.
  • 66 Prozent aller Palästinenser berichten, dass Kinder und Jugendliche zunehmend gewalttätig werden.

GEWALT

  • Mehr als 1.744 Palästinenser und 565 Israelis wurden seit 29. September 2000 getötet.
  • Mehr als 395 Kinder unter 18 wurden getötet, davon 323 Palästinenser und 72 Israelis.
  • 24 Prozent der Palästinenser, die in den vergangenen beiden Jahren getötet wurden, waren jünger als 18.
  • 33 Prozent aller palästinensischen Kinder, die 2001 getötet wurden, waren jünger als 12.
  • 29 Prozent aller getöteten palästinensischen Kinder starben durch Kopfschüsse.
  • 38 Prozent aller getöteten palästinensischen Kinder starben an Kopfverletzungen; 65 Prozent erlitten tödliche Verletzungen am Oberkörper.
  • 40 Prozent der Kinder, die 2001 getötet wurden, waren zuhause, auf dem Schulweg oder in der Schule.
  • Mindestens 39 palästinensische Kinder wurden an israelischen Checkpoints geboren. Mindestens zwei davon starben nach der Entbindung
  • Schätzungsweise 2.500 Palästinenser wurden so schwer verletzt, dass sie bleibende Behinderungen davontragen werden; unter ihnen sind 530 Kinder.
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